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Die Arbeit mit dem roten Faden

Gerne möchte ich Euch heute an meiner Unterrichtsidee zum „Roten Faden“, der als Strukturierungshilfe für mündliches wie auch schriftliches Erzählen dienen kann, teilhaben lassen.
Immer wieder begegnen uns in den Lerngruppen Kinder, die unglaublich viel Phantasie und Einfallsreichtum in ihre Geschichten einbringen. Durch diese Fokussierung bleibt die Rechtschreibung beim ersten Notieren oft auf der Strecke. Die Konzentration liegt auf dem Inhalt und nicht auf der Orthografie.
Um diesem Phänomen entgegenzuwirken, bietet es sich an mit der Methode des roten Fadens zu arbeiten.

Durch die Einführung der Äsop Fabel „Die großen und die kleinen Fische“ lernten die Kinder das Prinzip des roten Fadens anhand von Leitwörtern kennen.
Der Begriff „Leitwort“ wurde gesichert, die Kinder legten diese an „Rote Fäden“ an und schrieben sie auf.
Anschließend erfolgte die Präsentation durch mündliches Nacherzählen der Fabel.

Zur Übung wurde eine zweite Äsop Fabel eingeführt: „Der Löwe und das Mäuschen“.
Nach der Sicherung des Prinzips des Roten Fadens wurde die Fabel schriftlich nacherzählt. Auch hier wurden die Ergebnisse präsentiert.

In der nächsten Phase legten sich die Kinder auf eine Art „Fahrplan“ zum Roten Faden fest, d.h. auf Kriterien, die alle gemeinsam zu beachten hatten:

  • Welche Personen kommen vor? / Einleitung
  • Nichts dazu erfinden / das Wichtigste benennen
  • Reihenfolge einhalten

Die Einführung von Erzählkarten zu Märchen stellt einen Übergang zum Gebrauch von Leitbildern anstelle von Leitwörtern dar. Zunächst wurde mündlich erzählt und das Auswählen und Legen von Leitbildern geübt.

Danach konnten eigene Geschichten in Gruppen verfasst werden, wobei der Prozess des Umsetzens von Leitwörtern in Leitbilder besonders trainiert wurde.
Schließlich wurden zu den Geschichtenszenen Fotos mit Plüschtieren erstellt und diese als Leitbilder bei der mündlichen Präsentation mit dem „Roten Faden“ als Strukturhilfe genutzt. Die Berücksichtigung der gemeinsam erarbeiteten Erzählkriterien war dabei immer ein wesentlicher Bestandteil.

Unfall am Klettergerüst
Krankenhaus
glücklich verarztet

Durch die unterschiedliche Zusammensetzungen der Gruppen ist es wunderbar möglich, dass leistungsstärkere Kinder eine selbst verfasste, ausgewählte Geschichte den anderen vorlesen, die dann wiederum mit Hilfe des Roten Fadens und den selbst hergestellten Leitbildern dieses Abenteuer nacherzählen können.

Zuletzt seht ihr hier noch ein Beispiel eines Kindes, welches sich komplett allein mit der Methode des roten Fadens eine eigene Geschichte vorstrukturiert und für unsere Klassenbücherei überarbeitet hat.

Einen detaillierten Blick in meine Prüfungsstunde im 2. Staatsexamen bekommt ihr hier: UPP_Unterrichtsentwurf_Deutsch
Das Arbeitsblatt „roter Faden“ und den Helferbogen könnt ihr natürlich auch gerne nutzen.

Gerne möchte ich auf die Seite von Anne Klank hinweisen. Durch sie bin ich auf diese wundervolle Idee gestoßen und das ist nun schon über elf Jahre her. Wo ist nur die Zeit geblieben?
Ebenso gerne verweise ich auf die Homepage von Beate Leßmann. In ihrem Konzept dient der Rote Faden als ein Werkzeug, um mit den Kindern auf der Grundlage der frei verfassten Texte zu erarbeiten, wie man Zusammenhänge, Strukturen oder Spannungsverläufe im Schreiben herstellen kann.
Viele Anregungen sind aus der Grundschulzeitschrift Nr.155 „Texte verstehen“.

@pixabay
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Der Buchstabenbaum – Praxistipp

Werbung (da Markennennung; allerdings selbst gekauft und Kaufverlinkung)

Eines der vielen grandiosen Bücher von Leo Lionni ist „Der Buchstabenbaum“.

Was für ein Durcheinander“, sagte die Raupe, als sie die Wörter auf so vielen verschiedenen Blättern sah.
„Warum tut ihr euch nicht zusammen und bildet Sätze und seid endlich etwas von Bedeutung?“

Dies ist der Klappentext des Bildes und ich mag sogar vorweg nehmen, dass dieses Buch davon handelt, wie sich einzelne Buchstaben zu Silben, kurzen Wörtern und ganzen Sätzen zusammentun, um nicht von einem aufkommenden starken Wind weggeweht zu werden.
Welche Möglichkeiten bietet mir dieses Buch für meine Lerngruppe?
Erst einmal ist es wichtig zu sagen, dass ihr dieses Buch in allen Jahrgängen problemlos nutzen könnt. (… und auch in Vertretungsstunden)
Viele Ideen verschwimmen in den einzelnen Anforderungsbereichen der Schuljahre und lassen sich idealerweise direkt an der momentanen Ausgangslage jedes einzelnen Kindes andocken.

Lasst die Kinder ihren Lieblingsbuchstaben sammeln, ihn auf ein „Blatt“ schreiben und hängt diese gemeinsam an einen noch kahlen Baum auf.
Notiert die Buchstaben an der Tafel, lasst erste Wörter mit dem passenden Anlaut finden, schreibt sie auf/lasst sie aufschreiben, ordnet diese nach dem Alphabet, beginnt in Partnerarbeit oder in Kleingruppen möglichst viele Wörter mit dem jeweiligen Buchstaben zu finden.
„Wer hat die meisten Wörter mit „…“?“
„Wer kann mit möglichst vielen gesammelten Wörtern einen Satz bauen?“
„Könnt ihr mit den vorhandenen Buchstaben einzelne Wörter bilden?“

Hier sind eurer Phantasie und eurer Kreativität (die der Kinder selbstverständlich auch) keine Grenzen gesetzt.
Lasst Euch ein Stück weit mit dieser Idee treiben, achtet auf die Ideen der Kinder, bindet sie mit ein und lasst Euch überraschen.

… und NEIN! Ihr müsst keine Laubsägearbeit für diesen Steckbaum anfertigen.
Das passiert, wenn man noch viiiel Zeit und keine eigenen Kinder hat.
Eine passendes Bild an der Tafel geht auch! 🙂

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zeitgemäßes Lernen – konkret

Ich starte meinen Artikel zur Blogparade von Bob Blume mit einem Statement von Sir Ken Robinson; ein bemerkenswerter Pädagoge und Bestsellerautor.

Einige von uns haben in den letzten Tagen sehr viel Wert auf fundierte theoretische Ansätze gelegt und viel Gutes miteinander verbunden. Großes Kompliment!

Ich lege meinen Schwerpunkt der #lernparade nunmehr auf meine eigene Praxis und die Arbeit mit den einzelnen Kindern in meiner Lerngruppe und entferne mich tatsächlich von der Kombination aus „zeitgemäßem Lernen“ UND „Digitalität“, denn es geht auch anders. 😉 Wobei ich die Kombination durchaus sehr sympathisch finde und schon einige sehr sehr gute Erfahrungen sammeln durfte; soweit die hervorragende Ausstattung an unseren Grundschulen es zulässt. 😉

Viele Jahre lang habe ich an einer jahrgangsgemischt arbeitenden Schule wirken dürfen, die die Jahrgänge 1-4 in allen Lerngruppen miteinander vereint.
Eine große Aufgabe für alle Beteiligten. Noch heute trauere ich dieser Zeit nach, die eine unfassbar große Bereicherung mit sich brachte.
Ist das zeitgemäß, was dort bis zum heutigen Tage passiert?
Muss man digitale Medien in den Vordergrund stellen, um zeitgemäße Bildung zu erklären, oder sogar zu legitimieren?
Für mich ein klares NEIN an dieser Stelle.
Es geht vielmehr um das Arbeiten miteinander, das Arbeiten füreinander und das Arbeiten hin zu den 4K`s.

Doch wie sieht das Arbeiten konkret aus? Muss es zwangsläufig über ein digitales Endgerät laufen, oder sind die 4K’s nicht schon seit vielen Jahren ein fester Bestandteil der Grundschuldidaktik und der Haltung in vielen Kollegien?
Das digitale Endgerät in der Mitte der Abbildung lässt sich problemlos mit uns Grundschullehrkräften ersetzen. Uhhh, heiße These, ich weiß! Was meint ihr?
Das Kollegium arbeitet Hand in Hand und damit meine ich eine wirklich spürbare Unterstützung in allen Bereichen. Monatliche Fachtreffen machen es möglich, dass fachfremde Lehrkräfte von sehr fachaffinen Kolleg*Innen profitieren können.
Man trifft sich in Kleingruppen und bereitet für den jeweiligen Folgemonat in jedem Fach einen Monatsplan/Arbeitsplan (für die Hand der Kollegin, des Kollegen und für die Hand der Kinder) inklusive aller Materialien vor. Diese werden sowohl digital, wie auch analog dokumentiert. Heißt: Arbeitsplan als Wordvorlage im Monatsordner auf dem PC inklusive aller digital vorhandenen Materialien plus Rundmail an alle.
Analog dazu alle Materialien in Ablagekörben bzw. Stehsammlern und verbaler Austausch. Jede Lehrkraft kann nun auf alle Materialien zugreifen und individuell auf die Kinder der eigenen Lerngruppe anpassen.
Den fertigen Monatsplan wandelte ich dann für die Kids meiner Lerngruppe in passende Tages-, Wochen-, Zweiwochen- oder Monatspläne um, reicherte sie mit individuellen Übungen und wichtigen Terminen und Mitteilungen an die Eltern an und schrieb mir selbst für jede Woche im Monat einen Plan, wie und wann ich etwas im Unterricht einführe, übe, trainiere, festige, abprüfe,… .
Ihr merkt, hier steht der Arbeitsplan für die Kinderhand im Mittelpunkt, nicht unsere eigene Planung.

Wochenplan Jg.1
2-Wochenplan Jg.1
Wochenplan Jg.4
Monatsplan Jg.1

Es ist und bleibt wichtig auf jedes einzelne Kind zu schauen, es nach seine Fähigkeiten und Fertigkeiten zu fördern und alle Kinder untereinander ins Gespräch kommen zu lassen. Diese Individualität, die diese Arbeitspläne mit sich bringen, schafft während der Unterrichtszeit einen großen Freiraum für Kleingruppenarbeit, für Einzelgespräche, für eine ruhige und konzentrierte Arbeitsatmosphäre, für möglichst intrinsisch motiviertes Forschen, Zeit für eigene Ideen und Experimente.
In einigen Wochen und Monaten gab es immer wieder Kinder, die gerne einen leeren Arbeitsplan haben wollten und sich eigene Aufgaben suchen konnten. Dieser Anspruch ist sehr sehr hoch und nur für wirklich extrem strukturierte und leistungsstarke Kinder machbar. Eine gute Unterstützung sind beispielsweise Lernhäuser, Lernlandkarten, Lernwege oder wie man den Lehrplan aufbereitet für die Hand der Kinder auch immer nennen mag.
Ich zeige Euch hier einmal einige Beispiele von Lernhäusern.
Dazu passend entwickelten wir für die Hand der Kinder passende Portfolios, in die wir gemeinsam mit den Kindern das Datum bzw. den Monat und das passende Schuljahr notieren.

Lernhaus Deutsch
Rechtschreibung Jg.1_2

Lernhaus Deutsch
Rechtschreibung Jg.3_4

Lernhaus Methoden
Jg.1_2

Lernhaus Methoden
Jg.3_4

Zu Beginn der Lernhausarbeit hatten wir Lernhäuser für Deutsch, Mathe und Sachunterricht in jedem Lerngruppenraum aufgehangen und frei zugänglich für alle gemacht. Nach und nach kamen in allen Fächern passende Lernhäuser hinzu und wir druckten alle in DIN A3 Format, laminierten diese und fügten sie mit einer stabilen Spiralbindung zu einem großen „Lernhausbuch“ zusammen.

Lernhaus Sachunterricht Jg.1_2 und 3_4
Themen, die mit einem Stern gekennzeichnet sind, werden gemeinsam mit der Lehrkraft besprochen, eingeführt, hinterfragt,…

Einzelarbeit, Partnerarbeit, Kleingruppen- und Großgruppenarbeit sind ein wichtiger Teil des Lernens. Diese Phasen immer wieder zueinander zu führen ist Teil unseres Jobs.
Wir sind Lern- und Wegbegleiter, Coaches, Strukturgeber, Organisator und Mensch.
Wir leben vor, wir leben mit den Kindern, wir leben durch unsere Arbeit und wir leben ein Stück weit für Schule. Ich unterstelle jeder Lehrkraft einen Funken an Leidenschaft und Passion, sonst wären unsere Schüler*Innen heute nicht dort wo sie sind

Sir Ken Robinson

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20 Thesen zum Rechtschreibunterricht

Hans Brügelmann veröffentlichte vor „einer kleinen Weile“ seine 20 Thesen zum Rechtschreibunterricht.
Diese erscheinen zum jetzigen Zeitpunkt wichtiger denn je, da in NRW vor einem knappen Vierteljahr die Handreichung zum Rechtschreibunterricht inklusive des Grundwortschatzes veröffentlicht wurde und man bis zum Schuljahr 2021/22 eine Implementierung in den Deutschunterricht vorsieht.

@pixabay
  1. Rechtschreibung verändert sich wie Sprache
    Eigene Schreibversuche als Lösung, nicht als Minderleistung gemessen an der vorgegebenen Norm erfahren können.
  2. Freies Schreiben und gezielte Rechtschreibarbeit ergänzen sich
    Selbstständiges Experimentieren, Versuchen, Herantasten im Wechselspiel mit der Auseinandersetzung von Modellen und Fehlerkorrekturen erleben.
    Dies eröffnet ein kognitiv breites Erfahrungsfeld für die SuS.
  3. Rechtschreiben lernen Kinder, indem sie viel selbst schreiben
    Von Beginn der Grundschulzeit an Raum und Zeit für inhaltliche Schreibung zulassen. Je häufiger man schreibt, desto häufiger denkt man über die Schreibung eines Wortes nach.
    Einen Exkurs zum Thema: „Lesen lernt man nur, indem man selber liest“ gibt es HIER.
  4. Lautgerecht schreiben zu können, ist die Grundlage jeden recht-Schreibens
    Wer die orthografisch richtige Schreibung vor die Lautschrift stellt, der fordert das Rennen auf der Tartanbahn vor der Krabbelphase.
  5. Auch orthografische Muster werden eigenaktiv erprobt
    Neu erworbene Besonderheiten werden oft übergeneralisiert (Oma wird zu „Omer“, rot wird zu „rott“).
  6. Orthografisches Können wächst aus Beispielen
    Kinder sollten von Schulbeginn an orthografisch richtige Wörter sammeln (Schatzkiste, Wörterheft, …) Das Sortieren nach dem Alphabet wird dadurch direkt mitgeschult und eine Vorbereitung auf die Wörterbucharbeit wird angestrebt.
  7. Richtig schreiben ist Anspruch an die Überarbeitung, nicht an den Entwurf
    Klar zu trennen ist der erste Textentwurf und die rechtschriftliche Überarbeitung dessen. Methoden wie Schreibkonferenzen oder Versammlungen leiten an und führen in eine Routine.
  8. Rechtschreibung: ein kognitives Rätsel, nicht nur Medium der Sprache
    Sprache soll neben der Kommunikation auch Anlass zur Analyse bieten: Fehlersuche, Sprachspiele und -vergleiche. Es weckt zudem das Interesse an den Rätseln der Orthografie und stärkt das Selbstvertrauen.
  9. Eine vollständige Rechtschreibsicherheit gibt es nicht
    Dennoch lassen sich, durch Arbeit mit dem Grundwortschatz, besonders häufig vorkommende Wörter durch stetige Übung rechtschriftlich sichern.
  10. Grundwortschatz ist eine Arbeitsform, keine inhaltliche Vorschrift
    Der Grundwortschatz bedeutet nicht, dass alle Kinder einer Klasse/einer Schule/ eines Bundeslandes dieselben Wörter lernen müssen. Mann kann beispielsweise eine Drittelaufteilung anstreben: 1/3 allgemein häufig vorkommende Wörter, 1/3 ist ein gemeinsamer Klassenwortschatz und das letzte Drittel beinhaltet für jedes Kind individuell wichtige Wörter.
  11. Auch in der Rechtschreibung: Das Lernen lernen
    Die Kinder müssen Hilfen an die Hand bekommen, die es ihnen erlauben sich selbstständig die Schreibweise neuer Wörter anzueignen.
  12. Regelmäßigkeiten folgen aus der Ordnung von Beispielen – nicht umgekehrt
    Regeln lassen sich nur durch eigene Erfahrungen erlernen und durchdringen.
    Diese können selbst als Merkhilfe formuliert werden.
  13. Selbstständigkeit setzt Vertrautheit mit Hilfsmitteln voraus
    Unsere Rechtschreibung ist ein sehr komplexes System und nach wie vor sind nicht alle Rechtschreibfälle geregelt. Kinder müssen lernen, wie sie aufkommende Fragen und Regelkonflikte lösen. Die Arbeit mit dem Wörterbuch hilft dabei einen Schritt in die richtige Richtung zu gehen.
  14. Faustregeln statt Scheinsicherheit
    Zu diesem Punkt gibt es eine ganz klare Weiterentwicklung hin zu den Rechtschreibstrategien, die es erlauben Wörter sicher ableiten zu können, um sie richtig zu notieren.
  15. Individuell probieren – gemeinsam nachdenken
    Ermutigt die Kinder eigenen Lösungswege und -strategien zu verfolgen und diese zu erproben. Regt das Nachdenken durch Methoden wie das Rechtschreibgespräch an.
  16. Wörter verschieden „sehen“ können fördert das Rechtschreibverständnis
    Wörter lassen sich verschiedenartig gruppieren: Wortfamilien, Wortfelder, gemeinsame Besonderheiten in der Rechtschreibung uvm.
  17. Selbstkontrolle ist effektiver als Fremdkontrolle
    Durch eine eigene Fehlerkorrektur lernen die Kinder mehr. Die Anforderungen an eine selbstständige Berichtigung des eigenen Textes lässt sich herunterbrechen: Fehlermarkierung der Zeile, Wortmarkierung, Markierung der „kritischen“Stelle.
    Die übrigen Fehler berichtigen wir als Lehrkraft kommentarlos.
  18. Diktate: Auf das „wie“ kommt es an
    Aufgabenvariationen sind in diesem Themenfeld wichtig: Wörter in Lücken einfüllen, Selbstdiktat, Laufdiktat, Dosendiktat, Partnerdiktat, Hördiktat.
    Am Ende ist die Selbstkontrolle anhand einer Vorlage wichtig.
  19. Anforderungen (und Noten) nach Leistungsstufen staffeln
    Die Beschreibung des Leistungsstandes ist aussagekräftiger als eine Ziffernnote.
    Anforderungen staffeln und an den Leistungsstand anpassen.
  20. Rechtschreibleistung hat auch mit Gefühlen zu tun
    Loben – Wertschätzung – Loben – Wertschätzung – Loben

Man mag es vielleicht kaum glauben: die Veröffentlichung ist aus dem Jahre 1992 und trifft so gut wie bei allen Punkten (Ausnahme Punkt 14) den Nagel auf den Kopf!
Es fehlt weiterhin nicht an Aktualität und Brisanz!

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Satz der Woche – Part3

@pixabay

Um den „Satz der Woche“ nicht nur an einem Wochentag zu besprechen, bekommt ihr heute Aufgabenideen für jeden Wochentag. Durch eine tägliche Routine werden Phänomene verinnerlicht und können Stück für Stück schneller abgerufen werden.
Ihr könnt es zeitlich ganz beliebig einsetzen: zum Warm-werden am Anfang jeder Deutschstunde, zum Abschluss oder aber auch sehr individuell während der Freiarbeitszeiten eurer SuS.
Mit diesen Ideenplakaten startet man beispielsweise montags mit dem Satz der Woche.
Wie?
Das könnt ihr hier und auch hier: die Idee von Anne @grundschul_heartwork noch einmal genau nachlesen.

Montag: FRESCH-Strategien
Dienstag: Wortarten bestimmen
Mittwoch: Partnerdiktat
Donnerstag: Lernwörtertraining
Freitag: Satzglieder bestimmen

Zum Lernwörtertraining werde ich in der nächsten Zeit einen Artikel posten; bleibt gespannt. Wenn jemand von Euch bereits passende Umsetzungsideen hat, freue ich mich auf eine kleine Zusammenarbeit. 🙂

Allen Lehrer*Innen in NRW und Sachsen wünsche ich einen guten Schulstart und für die Kolleg*Innen in BaWü und Bayern einen fulminanten Ferienstart.

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Arbeit mit dem Satz der Woche – eine Praxisidee

@grundschul_heartwork

Die liebe Anne @grundschul_heartwork lernte ich vor kurzer Zeit über Instragram kennen. Wir kamen ins Gespräch über Rechtschreibung und passende Strategien, ich fragte sie ob sie nicht Lust hätte ihre Umsetzung zum „Satz der Woche“ auf meinem Blog zu veröffentlichen und zack…. so schnell und unkompliziert geht es!
Ich freue mich immer wieder über diese Kooperationen. Davon profitieren wir alle!!!

Lest selbst, wie Anne es in ihrer Lerngruppe umsetzt und welche hilfreichen Tipps sie für Euch hat.

Ein wichtiger Bestandteil meines Rechtschreibunterrichts ist der „Satz der Woche“.
Die Idee stammt nicht von mir. Ich habe hier den „Satz des Tages“ von Materialwiese @materialwiese als Vorlage genutzt und an meine Bedürfnisse angepasst. Ihr findet auf ihrem Blog umfassendes Material, welches ihr auch herunterladen könnt.

Der Satz der Woche ermöglicht es in Form eines wöchentlichen Rituals, alle Rechtschreibstrategien sowie Themen der Sprachbetrachtung zu wiederholen. 
Den Satz konzipiere ich immer so, dass er möglichst viele Wörter enthält, die mit unserem aktuellen Rechtschreibthema zu tun haben. Arbeitet man mit Lernwörtern, kann man natürlich auch diese nutzen.
Zunächst wähle ich eine*n Schüler*in aus, der/die den Satz der Woche verdeckt an der Tafel schreiben darf. Dafür ist es wichtig, dass in der Klasse eine Fehlerkultur herrscht, bei der kein Kind für Fehler ausgelacht wird.
Sollte diese Grundlage noch nicht gegeben sein, ist es möglich, selbst an der Tafel zu schreiben und ggf. Fehler in den Satz einzubauen.
Ich diktiere dann den Satz, den alle Schüler*innen in ihr Heft schreiben (bis auf den/die Schüler*in an der Tafel).
Wir klappen dann die Tafel um und gehen den Satz Wort für Wort durch.
Bei jedem Wort überprüfen wir im Plenum, ob es richtig geschrieben wurde und welche Stolperstellen es enthält. Finden wir bei einem Wort eine Stolperstelle (z.B. die Großschreibung der Nomen/ des Satzanfanges) hänge ich ein kleines Schild, auf dem die passende FRESCH-Strategie abgebildet ist zu dem Wort. Dazu habe ich die FRESCH-Symbole ausgedruckt, laminiert und mit Magnetband versehen.
bunte Strategiesymbole ausdrucken
schwarz/weiß Strategiesymbole ausdrucken

Gemeinsam suchen wir dann noch die Nomen, Verben und Adjektive des Satzes und unterstreichen sie in unterschiedlichen Farben. An unserer Schule werden Nomen blau, Verben rot und Adjektive grün unterstrichen. Welche Farben man nutzt, ist letztendlich Geschmackssache.  Es sollte meiner Meinung nach nur die ganze Grundschulzeit einheitlich umgesetzt werden, damit die Schüler*innen nicht durcheinandergeraten.

Wir beenden dann die Arbeit im Plenum und die Schüler*innen werden in die Einzelarbeit entlassen. Ab hier greift das Schema, welches auf dem Arbeitsblatt vermerkt ist.
Zunächst sollen sie die Fehler im eigenen Satz finden und die falschen Wörter nochmals korrekt unter den Satz schreiben. Hinter den Wörtern vermerken die Schüler*innen die FRESCH-Strategie, die ihnen dabei hilft, das Wort korrekt zu schreiben.

Im nächsten Schritt unterstreichen sie ebenfalls die Nomen blau, die Verben rot und die Adjektive grün.
Zu jeder Wortart gibt es dann verschiedene Übungen. So sollen bei den Nomen Einzahl und Mehrzahl vermerkt werden. Wer dies noch erweitern möchte, kann hier ebenfalls den bestimmten und unbestimmten Artikel notieren lassen.
Die Verben sollen konjugiert und in die verschiedenen Zeitformen gesetzt werden.
Je nachdem wie viele Zeitformen schon eingeführt wurden, kann hier natürlich variiert werden.
Wichtig finde ich es, dass die Schüler*innen immer die Fachbegriffe Präsens, Präteritum, Perfekt und Futur notieren. So prägt sich die Verknüpfung zwischen Fachbegriff und der Verbform besser ein. Meiner Erfahrung nach verwechseln selbst Viertklässler häufig noch die Begriffe.
Für die Adjektive sollen die Vergleichsstufen und das Gegenteil gefunden werden.

Der Satz der Woche nimmt bei mir eine Unterrichtsstunde ein.
Man könnte ihn allerdings auch montags einführen und die Bearbeitung in Einzelarbeit auf die ganze Woche ausweiten. So könnten die Übungen zu den Nomen beispielsweise dienstags, die Übungen zu den Verben mittwochs und die Übungen zu den Adjektiven donnerstags gemacht werden. Diese Form bietet sich vor allem an, wenn man mit offeneren Systemen, wie beispielsweise dem Wochenplan, arbeitet.
Als Lehrer*in kann man also an vielen Stellschrauben des Rituals drehen, um es perfekt an die eigene Klasse anzupassen.  Des Weiteren braucht man nichts zu kopieren, außer einmalig das Arbeitsblatt. Die Schüler*innen arbeiten von da an ausschließlich in ihrem Heft.
Viel Spaß bei Variieren und Ausprobieren!

Satz der Woche – Arbeitsblatt

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Wort des Tages – Satz des Tages

Für die Arbeit mit dem Wort des Tages und dem Satz des Tages habe ich für jede Jahrgangsstufe ein Arbeitsblatt generiert.

Wort des Tages Jg.1 (nur eine Linie)
Wort des Tages Jg.1
Wort des Tages Jg.2
Wort des Tages Jg.3
Wort des Tages Jg.4

Satz des Tages Jg.1 (nur eine Linie)
Satz des Tages Jg.1
Satz des Tages Jg.2
Satz des Tages Jg.3
Satz des Tages Jg.4

Doch wie funktioniert die Arbeit mit dem Wort des Tages bzw. dem Satz des Tages eigentlich? Wie steige ich strukturiert in diese Methode ein?
Idealerweise nutzt man nach Absprache mit den SuS die individuellen Fehlerwörter bzw. -sätze aus den eigenen Textproduktionen. Dadurch erfahren sie die Notwendigkeit der Fehlerüberarbeitung und bekommen von ihrer peergroup und der Lehrkraft ein direktes Feedback.
Zu Beginn der Methodeneinführung kann man natürlich auch passende Wörter aus dem individuellen Klassenwortschatz oder aus dem Grundwortschatz NRW nutzen.
Das Wort bzw. der Satz des Tages wird von der Lehrkraft langsam und deutlich vorgesprochen und die SuS schreiben das Wort/ den Satz in di erste Zeile ihres Arbeitsblattes.
Bei Bedarf kann selbstverständlich mehrfach wiederholt werden und auch die SuS können sich selbst halblaut vorsprechen.
Nach der Notation schreibt die Lehrkraft das Wort bzw. den Satz an die Tafel und die SuS vergleichen. Das richtige Wort/ der richtige Satz wird auf die zweite Zeile des Arbeitsblattes geschrieben und die wichtigen Stellen mit den Rechtschreibstrategien markiert.
Hierzu eignen sich Strategiestempel. (Affiliate Link)
Dadurch besteht für alle SuS die Möglichkeit direkt auf dem Arbeitsblatt Gemeinsamkeiten und Unterschiede der eigenen Schreibung und der Richtigschreibung zu betrachten und in ein gemeinsames Rechtschreibgespräch zu kommen.
Dieses Rechtschreibgespräch kann beispielsweise im Plenum ablaufen, oder mit dem Sitznachbarn.
Spätere Rechtschreibgespräche können direkt im Plenum stattfinden und ihr könnt Euch für die Kennzeichnung der passenden Überarbeitungsstrategie hier die bunten Strategiesymbole herunterladen.
Bitte lasst immer nur bereits eingeführte und gefestigte Strategien zuordnen.
Weitere Fehlschreibungen korrigiert ihr mit dem richtigen Wort oben drüber.

Diese Methode kann man zu unterschiedlichsten Zeitpunkten im Unterricht platzieren:

  • Am Anfang der Deutschstunde, um die SuS zu aktivieren.
  • Am Ende der Deutschstunde, um einen Überblick über häufige Fehlerschwerpunkte zu geben.
  • Mittendrin, um Abwechslung in den Unterrichtsablauf zu bringen.
  • Ihr könnt Euch einen speziellen Tag aussuchen, der diese Methode immer aufgreift.

Hier würde ich mich über weitere Umsetzungsideen freuen.
Kommetiert gerne unter diesem Artikel, so das wir alle davon profitieren können.

@pixabay

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Faltbuch FRESCH-Methode – eine kleine Hilfe für die Hosentasche

@pixabay

Nach dem Elternflyer zur Rechtschreibung kommt nun ein kleines Faltbuch für die Hosentasche. Oder doch für die Hand der Kinder? 😉
Es enthält zu jeder FRESCH-Strategie kurze Hinweise zur Anwendung und Beispiele zur Erläuterung.

Vielleicht möchtet ihr eure eigenen Arbeitsblätter, Plakate und Co. erstellen.
Hier findet ihr alle Symbole in Farbe.
Hier findet ihr alle Symbole in schwarz/weiß.
Ich habe für mich in den letzten Tagen den Worksheet Crafter entdeckt und kann nur sagen: eine vielfältige und erstaunlich einfach zu handhabbare Anwendung zur Erstellung von eigenen Arbeitsmaterialien.
In der nächsten Zeit wird es hier einige Materialien zum Download geben.
Wenn ihr mögt, dürft ihr ein paar Wünsche zur Anregung geben. 😉

Dieser Blogbeitrag enthält Werbung, da Markennennung.

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Sechs Gründe warum wir Kindern häufiger vorlesen sollten – ein Nachtrag

@TillHafenbrak

Eine liebe Kollegin schicke mir, passend zu meinem letzten Blogbeitrag, einen kurzen Artikel aus der „Psychologie heute“: NOCH EINE GESCHICHTE! – Sechs Gründe. warum wir Kindern – und nicht nur ihnen – häufiger vorlesen sollten.

  1. Grund: es stärkt die Bindung
  2. Grund: es bereitet auf das Leben vor
  3. Grund: es lehrt Kulturtechniken
  4. Grund: es schlägt Brücken
  5. Grund: auch der Vorlesende profitiert
  6. Grund: es funktioniert selbst ohne Zuhörer

Es lohnt sich und bestätigt in allen Punkten!

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Lesen lernt man nur, indem man selber liest – ein Exkurs

@AnnaFröhlich

Ein kleiner Exkurs in das große Thema Lesen muss auch mal sein und somit beschäftigt sich der heutige Blogbeitrag damit! Lest genau und probiert bald einige der Ideen aus. 🙂
Literaturaneignung beginnt weit vor Schulbeginn und auch bevor die Kinder in den Kindergarten oder in die Tagespflege gehen. Der Zugang über Bilderbücher setzt keine Schriftkundigkeit und Lesefertigkeit voraus.
Wenn das Kind mit poetisch geformter Sprache (Reime/Abzählverse), durch Lieder mit Spielhandlung, durch das Erzählen und Vorlesen durch Erwachsene in Berührung kommt, entwickelt es eine Fähigkeit, sich Bilder vorzustellen und sie auszuschmücken. Es entwickelt eine erste Beziehung zur Literatur und dies setzt erste „Fantasiekräfte“ frei.

Literatur und Schule – ein Spannungsfeld?
In deutschen Schulen wird wenig vorgelesen! Wirklich? Ich konnte es kaum glauben, denn in meinen eigenen Lerngruppen habe ich sogar oft mehrmals täglich vorgelesen und die Kinder durch freie Lesezeiten motiviert.
Doch laut einer Untersuchung von K. Richter und M. Plath zur „Lesemotivation in der Grundschule“ hat jede vierte der befragten Lehrerkräfte im laufenden Schuljahr kein einziges Kinderbuch mit der Klasse gelesen.

In erster Linie präsentiert sich Literatur überwiegend in schriftlicher Form und das Wort verliert seinen magischen Glanz durch mühsames und stockendes Buchstabieren.
Lesefähigkeit und Textverstehenskompetenz driften zu Beginn der Grundschulzeit weit auseinander. Somit muss bereits im Vorfeld dieses bestehende Spannungsfeld den Vorteil von Bilderbüchern in den Fokus rücken. Bilderbücher zwingen ihrem Leser keinerlei Geschwindigkeit im Betrachten auf und das Tempo kann selbst bestimmt werden.
Bei der Auswahl von Erstelesebüchern ist auf Folgendes zu achten:
* eine anspruchsvolle Erzählform unterstützt den Prozess des Lesenlernens
* ein geringer Textumfang, aber sprachlich anspruchsvoll sollte es sein
* inhaltlich komplexe und ästhetisch gestaltete Bilderbücher als Alternative zu wenig inspirierenden Erstlesebüchern anbieten
*„Gelenkstelle“ zwischen alten und neuen Medien (www.onilo.de) suchen

Ein didaktisch orientiertes Modell von Lesekompetenz

Prozessebene
Lesen ist ein kognitiv konstruktiver Vorgang, der die aktive Bildung von Bedeutung verlangt. Auf der Prozessebene wird zwischen der hierarchieniedrigen und der hierarchiehöheren Ebene unterschieden.

Hierarchieniedrigere Ebene
Auf dieser Ebene ist die semantische Verfügbarkeit von Wörtern entscheidend für die Lesegeschwindigkeit.
Leseanfänger, die über einen differenzierten Wortschatz und entsprechendes Kontextwissen verfügen, haben auf diesem niedrigsten Level einen Vorteil, indem sie während des Lesens präzisere Erwartungen entwickeln. Beim kompetenten Leser verläuft diese Ebene automatisiert.

Hierarchiehöhere Ebene
Auf dieser Ebene geht es um die inhaltliche Gesamtvorstellung des Texte und das Zusammenschließen von erfahrungsbasierten Vermutungen des Lesers.

Subjektebene
Die Subjektebene bildet die innere Beteiligung des Lesers zum eigenen Lebensweltbezug ab.

Soziale Ebene
Auf der sozialen Ebene geht es darum über das Lesen zu sprechen, sich einen Kommunikationspartner zu suchen, in einen Austausch zu treten und dadurch kulturelle Zusammenhänge kennen zulernen.

Was versteht man unter Lautleseverfahren?
Das Lautleseverfahren ist eine Form des Lesetrainings, bei denen Schülerinnen und Schülern durch das laute Lesen von kurzen Texten oder Textabschnitten vor allem ihre Lesefähigkeit bei der Worterkennung, der Verbindung von Wortfolgen im Satzzusammenhang und bei der Herstellung von Relationen zwischen den einzelnen Sätzen üben können.
Hierbei soll es zu einer Verbesserung der hierarchieniedrigen Leseteilleistungen (Wort- und Satzidentifikation) kommen.

Bedeutung der Lesegeschwindigkeit für das Textverstehen
„Wenn […] die hierarchieniedrigen Dekodierprozesse zu viel Aufmerksamkeit beanspruchen, weil Wörter- und Satzteile mehrere Male langsam erlesen werden müssen, können längere und kompliziertere Textabschnitte kaum mehr bewältigt werden“ (Rosebrock et al., 2016, S.15).

Leseflüssigkeit umfasst …
… das exakte Dekodieren von Wörtern.
… die Automatisierung der Dekodierprozesse.
… eine angemessene schnelle Lesegeschwindigkeit.
… die Fähigkeit zur sinngemäßen Betonung des gelesenen Satzes, die zu einem ausdrucksstarken Vorlesen führt.

Wiederholtes Lautlesen („repeated reading“)
Lernende, die nicht flüssig lesen können, lesen einem Tutor einen kurzen, für sie mittelschweren Text so lange immer wieder vor, bis sie einen zuvor festgelegten Standardwert an gelesenen Wörtern pro Minute erreicht haben.

Schafft in euren Lerngruppen Vorlesesituationen, für die sich die Lernenden vorbereiten müssen:
– Lesethron
– „cross-age-reading“  
– Vorlesewettbewerb …
Hier freue ich mich sehr, wenn jemand weitere Ideen und Umsetzungsmöglichkeiten hat.

Chorisches Lautlesen („assisted reading“)
Ein kompetenterer Leser fungiert als Lesevorbild. Er liest mit einem weniger gut lesenden Schüler einen Text laut vor.
Lese-Trainer und Lese-Sportler
Es gibt verschiedene Grundmuster:
* Chorlesen: Trainer und Sportler lesen fortlaufend simultan.
* Echolesen: Der Sportler wiederholt die vom Trainer vorgelesenen Sätze zeitlich verzögert.
* Lückenlesen: Trainer setzt an bestimmten Stellen aus, der Sportler muss dann alleine lesen

Vielleseverfahren
* freie Lesezeiten als feste Termine im Unterricht
* Leseolympiade
* Lesepass
* stille Lesezeiten
* Vorlesemarkt

Auch hier freue ich mich sehr, wenn jemand weitere Ideen und Umsetzungsmöglichkeiten hat.

@SandraKirschbaum

Durch Lesestrategien kann der Leser:
* die im Text aufbereiteten Informationen (effektiver) erschließen.
* auftretende Verständnisschwierigkeiten bewusst wahrnehmen und meistern.
* das Gelesene in Verbindung mit eigenem Vorwissen bringen.

Lesestrategien in der Praxis
* Fragen zum Text beantworten
* Fragen an den Text stellen
* Textteile kategorisieren und den Text sinnvoll strukturieren
* Text mit dem Bild lesen
* Fachbegriffe farbig markieren
* Text in andere Darstellungsformen übertragen, z.B. Skizze, Bild, Tabelle, Mindmap * * * Verschiedene Texte zum Thema vergleichen
* Schlüsselwörter suchen und den Text zusammenfassen

Lesestrategien – vor dem Lesen
Der Inhalt wir durch erstes Lesen der Überschrift und durch eine Betrachtung der Bilder angebahnt. Dies kommt vor allem SuS mit geringem Vorwissen zugute, da sie ihren Wortschatz nebenher ausbauen, wenn sie den anderen SuS bei der Formulierung ihrer Vermutungen zuhören. Die SuS sollen all ihre Vermutungen schriftlich fixieren. (wichtig für die Lesestrategie – nach dem Lesen)

@ErnstKlettVerlag

Lesestrategien – während des Lesens

  • mit Schlüsselwörter zusammenfassen
  • Fragen zu einem Text beantworten
    – Lies den Text.
    – Lies die Fragen und suche die Antworten im Text.
    – Schreibe die Antworten auf.
    Hier ist es von Vorteil, wenn der Text in Silbendruck abgedruckt wird und der Lesepfeil als Unterstützung zum Erlesen des Textes zum Einsatz kommt.
  • Texte in andere Darstellungsformen übertragen
    – Das Erstellen eines/r Cluster/ Mindmap verhilft den SuS zu einer gut strukturierten Übersicht über den gelesenen Text.
@ErnstKlettVerlag

Lesestrategien – nach dem Lesen
Die SuS überprüfen ihre Vermutungen, die sie bereits vor dem Lesen schriftlich festgehalten haben und können nun anhand ihrer gesammelten Schlüsselwörter eine Nacherzählung des Textes anbahnen.

@ErnstKlettVerlag

Eine Praxisdee zur Kriterienerarbeitung dieses Dreischritts (vor-während-nach dem Lesen) ist eine Vorbereitung von drei Lernplakaten. Gebt exakt die Anzahl der Punkte auf jedem der Plakate an und legt eine gemeinsame Sammlung mit allen passenden Kriterien an. Dadurch bezieht ihr die SuS aktiv mit ein, rückt die Mitarbeit und den Wiedererkennungswert in den Mittelpunkt und erhöht die Chance, dass die SuS ihre Produkte aktiv nutzen. Ich erlebe immer wieder, dass mitgebrachte/ gekaufte Plakate etc. von uns Lehrkräften zwar sehr hübsch, qualitativ hochwertig aussehen und inhaltlich korrekt sind, die SuS aber nur in sehr eingeschränktem Maße damit arbeiten und auf dieses Materialien zurückgreifen.

Lesetagebuch schreiben
Eine schöne Idee ist das Lesetagebuch, die die Arbeit mit einer Ganzschrift über einen längeren Zeitraum begleitet.

Lesekonferenz durchführen
Eine wunderbare Idee, sich über einen gelesenen Text oder ein gelesenes Buch auszutauschen, bietet die Lesekonferenz.

Leseförderung mit Hörtexten/ -büchern
DIe vorgestellten Lesestrategien zielen oft auf unsere schwachen SuS ab. Aber auch die mittleren und starken LeserInnen müssen wir im Block haben und entsprechend fördern, so dass keine Stagnation der Leseleistung eintritt.
Folgende Ideen habe ich einmal zusammengestellt und ich bin mir ziemlich sicher, dass es noch viele viele mehr gibt.
-individuelles Üben über Kopfhörer
-eigene Abspielgeschwindigkeit und Vorlesegeschwindigkeit regeln
Einer meiner Internetfunde ist die Seite: www.amira-lesen.de
Dort findet ihr 34 Kinderbücher als Ebooks, die offline nutzbar sind. Die SuS können die parallele Lesen und Anhören und das alles in neun verschiedenen Sprachen.
Florian Emrich betreibt seinen Blog auf den es sich lohnt einmal zu schauen.

Dort findet ihr unter anderem ein wunderbares Video, das Euch ein Tool des OneNote -Readers erklärt. Es liest Texte vor, passt die Stimmfarbe an, regelt die Abspielgeschwindigkeit und Textdarstellung (Silbenzerlegung, Wortarten farblich kennzeichnen…)

@FlorianEmrich

Nun bleibt mir nur noch zu sagen:
Bringt die Kinder so früh es geht mit Literatur in Berührung!

@TyroliaVerlag

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„Lesen durch Schreiben“ – eine metaanalytische Bestandsaufnahme

©pixabay.com

In der letzen Woche ist mir eine Metaanalyse zum Erstunterricht nach der Methode „Lesen durch Schreiben“ und deren Ergebnisse für das schriftsprachliche Lernen von Reinold Funke über peDocs in die Hände gefallen.

Mir ist es immer wichtig zu verdeutlichen, dass sich die geschriebenen Wörter und Texte der Kinder immer aus einer kommunikative Absicht ergeben (sollen), so dass das Schreiben schon von Beginn an in einen sinnvollen Zusammenhang gebracht wird.
In der oben erwähnten Arbeit werden empirische Studien ausgewertet, die sowohl Daten aus Lernergebnissen sogenannter „Fibelklassen“, wie auch derer, die nach der Methode „Lesen durch Schreiben“ (Jürgen Reichen) unterrichtet wurden, enthalten.
Das Ziel dieser Arbeit ist es zu klären, was sich aus den Daten hinsichtlich der Lernwirksamkeit von „Lesen durch Schreiben“ entnehmen lässt. Die Lernwirksamkeit muss allerdings dringend vom Lernergebnis unterschieden werden.
Es geht nicht darum den Vorteil einer der beiden Methoden aufzuzeigen, sondern zu schauen in welchem Umfang den Daten zu den Lernergebnissen in „Lesen durch Schreiben“-Klassen eine Aussagekraft hinsichtlich der Lernaufmerksamkeit zukommt.

Auszüge aus dem paper:
– „Die Hypothese Reichens, Lesen könne gelernt werden, ohne dass es gelehrt wird, scheint (…) auf längere Sicht Bestand zu haben.“ (vgl. S. 34)
– „Im Rechtschreiben scheinen die untersuchten „Lesen durch Schreiben“-Klassen auf den ersten Block gegen Ende der Klassenstufe 1 signifikant bessere Leistungen zu erreichen als die Fibelklassen.“ (vgl. S. 34)
– „Es ist ohne weiteres plausibel, dass Kinder, die rein phonetisch orientiert schreiben, in einem frühen Stadium eine höhere Zahl von richtigen Buchstaben pro Wort erreichen als Kinder, die sich über die orthographisch richtige Schreibung Gedanken machen.“ (vgl. S.34)
– „Der beim Rechtschreiben in den Klassenstufen 2-4 zentrale Befund ist, dass die in „Lesen durch Schreiben“- Klassen erreichten Lernergebnisse signifikant unter denen der Fibelklassen liegen, dass die Unterlegenheit jedoch nicht mehr erkennbar ist, wenn man sich auf Stichproben beschränkt, in denen eine Erklärung unterschiedlicher Lernergebnisse durch unterschiedliche kognitive Lernausgangslagen ausgeschlossen werden kann.“ (vgl. S.35)
– „Im Ergebnis muss man dennoch sagen, dass eine schlechtere Rechtschreibleistung von „Lesen durch Schreiben“-Klassen gegenüber Fibelklassen in Klassenstufe 2-4 bei gleichen Eingangsvoraussetzungen derzeit nicht belegt ist.“ (vgl. S.35)

Minifazit:
Man kann weder bei „Lesen durch Schreiben“-Klassen noch bei Fibelklassen unterstellen, dass die Lernergebnisse immer untereinander homogen und insbesondere von der Unterrichtsqualität unabhängig sind.

Kämpft Euch durch den doch sehr anspruchsvoll und mit vielen Daten gespickten Text und bildet Euch eine eigene Meinung.

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Gastbeitrag – „Wortarten einfach märchenhaft“ – eine Idee zur Einführung der Nomen

©Ernst Klett Verlag GmbH, Stuttgart 2019. 
Alle Rechte vorbehalten.

Heute bekommt ihre einen weiteren Einblick in die Arbeit meiner Kollegin Caterina Froehlich (ja, wir haben ‚fast‘ den gleichen Nachnamen).
Sie erklärt, wie sie mit ihren SchülerInnen in die Welt der Wortarten eintaucht und den Kindern dadurch ein erstes Verständnis der Groß- und Kleinschreibung näherbringt.

Wortarten-einfach märchenhaft (Affiliate Link)

Es waren einmal Prinz und Prinzessin Nomen, die im Land der unsichtbaren Wortarten lebten. Dort herrschten sie über alle Nomen: über Menschen, Tiere, Pflanzen und Dinge. „
Auf Grundlage dieser leicht abgeänderten Geschichte aus dem Buch „Wortarten einfach märchenhaft“ wurde die Wortart Nomen eingeführt.

In der Schreibzeit der Kinder wurde berichtet, dass Prinz Nomen ganz aufgeregt angerufen hätte. Man verstand ihn jedoch kaum, weil die Telefonleitung gestört war. Man verstand nur, dass Prinzessin Nomen entführt worden sei. Des Weiteren sagte er das Wort „Angriff“, und „Hilfe“. Ein Schreibanlass war geschaffen!
Die Kinder überlegten im Sitzkreis, was dort wohl geschehen sein könnte und schrieben dies anschließend in ihr Schatzbuch. In der abschließenden Autorenrunde wurde klar, dass in den meisten Geschichten die Prinzessin Nomen wieder befreit und zurückgebracht worden war.

©CaterinaFroehlich
©CaterinaFroehlich
„Die Prinzessin wurde entführt. Der Prinz hat mit Frau Froehlich telefoniert und die Telefonleitung war tot.“

Die Kinder wurden gefragt, wie zukünftig eine weitere Entführung verhindert werden könne? Sie schlugen vor, dass Ritter auf das Prinzenpaar aufpassen sollten. Somit lernten sie den bestimmten Begleiter (visualisiert als Ritter) vor. Sollte dieser einmal verhindert sein, dann würde sein Bruder, der unbestimmte Begleiter, für ihn einspringen. Doch dies war den Kindern noch zu wenig. Hatten sie bereits die Definition von Nomen gelernt (Nomen sind Menschen, Pflanzen, Tiere und Dinge), so forderten sie zukünftig eine Ausweispflicht (Beweise) für alle Nomen, die im Land der unsichtbaren Wortarten lebten, so dass sich kein Entführer unbemerkt ins Schloss schleichen kann.
Hier kommt die erweiterte Nomenprobe ins Spiel!

Nachdem die ganze Geschichte fertig entwickelt war, kreierten die Kinder ein digitales
Bilderbuch mit Hilfe der App „bookcreator“. Sie bekamen passende Bilder von Prinz und Prinzessin Nomen, dem bestimmten und unbestimmten Begleiter, einem Bösewicht und einem Schloss zur Verfügung gestellt. Sie konnten innerhalb der App auf jeder Bilderbuchseite selbst entscheiden, ob sie zum Bild einen kurzen Text verschriften oder eine Audioaufnahme aufnehmen. Zum Schluss betrachteten wir alle erstellten Bilderbücher über einen Beamer.

©CaterinaFroehlich
Nomenprobe auf dem IPad
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Der Umgang mit Rechtschreibfehlern und deren Bedeutung – eine Veröffentlichung

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Vor wenigen Tagen veröffentlichten Hans Brügelmann und Erika Brinkmann über peDOCS eine Metastudie zum Umgang mit Rechtschreibfehlern und die Bedeutung
konkreter Befunde für den Rechtschreibunterricht.

Kurzes Fazit:

  • Kinder gewinnen durch die Schriftsprache als mächtiges Instrument eine hohe Motivation, sich den Anstrengungen des Lesen- und Schreibenlernens zu stellen.
  • Der Lautspracherwerb ist kein natürlicher, sondern ein sozial strukturierter Prozess.
  • Lautgetreues Schreiben zu Schulbeginn korrespondiert mit späterer Orthografie
  • Fördert man lautorientiertes Schreiben von Anfang an, so lassen sich positive Effekte auf das Niveau der Verschriftung und die phonologische Bewusstheit, aber auch auf die spätere Lese- und Rechtschreibleistungen feststellen.
  • Rückmeldungen zu den individuellen Verschriftungen der Kinder sind förderlich, ohne dass den Kindern selbst dabei die richtige Schreibung ad hoc abverlangt wird.
  • Seit Gudrun Spitta die Übersetzung der Kindertexte in „Erwachsenen- oder Buchschrift“ als methodisches Format verbreitet (1985) hat, soll den Kindern von Anfang an deutlich gemacht werden, dass es eine Normschrift gibt.
    Die Einhaltung dieser wird jedoch nicht sofort erwartet. 😉 Vergleiche hierzu den Praxistipp aus der aktuellen Handreichung zur Rechtschreibung aus NRW.
    So kann man die Kinder auffordern, im richtig geschriebenen Wort oder im Normtext alle Buchstaben zu bepunkten, die sie bereits richtig geschrieben haben. Dadurch entsteht eine erste positive Annäherung zur Überarbeitung von eigenen Wörtern und Texten.
Handreichung Rechtschreibunterricht NRW S. 17
  • Orthographische Fehler beim freien Schreiben im Anfangsunterricht behindern die Entwicklung der Rechtschreibung NICHT! Im Gegenteil: Ein lautorientiertes Verschriften erweist sich als förderlich, vor allem wenn die Kinder als Rückmeldung Modelle der richtigen Schreibung erhakten oder diese mit bzw. zwischen ihnen besprochen wird.
  • Die Forschung zeigt, dass die Annahme falsch ist, dass Wörter als „Wortbilder“ gelernt und abgespeichert werden, aber auch dass falsche Schreibweisen stabil sind.
  • Rückmeldungen sind essenziell wichtig:
    1. Basisaufträge
    1.1. Achte auf Zwischenräume zwischen den einzelnen Wörtern.
    2.1. Setze Schlusszeichen am Ende der Sätze.
    3.1. Überprüfe die Groß- und Kleinschreibung am Satzanfang.
    4.1. Schreibe alle Nomen groß. (Nomenprobe durchführen)
    2. Kritische Stellen in einem Wort markieren und die Kinder selbstständig nachdenke, mit passenden Strategien überarbeiten und im Wörterbuch nachschlagen lassen.
    3. Wörter markieren, nicht mehr die konkrete fehlerhafte Stelle im Wort
    4. Zeilen markieren, die Fehler enthalten
    5. Hinweis auf die Anzahl der Fehler im Gesamttext inklusive Rechtschreibstrategie.
    6. Hinweis auf die Anzahl der Fehler im Gesamttext
  • Rechtschreibgespräche (vgl. Beate Leßmann) fördern das Rechtschreibbewusstsein
    1. Kind entscheidet sich allein für eine Lösung
    2. alle Varianten mit explizitem Bezug auf bekannte Strategien und Rechtschreibregeln diskutieren und klären

    Video von Beate Leßmann: „Zweitklässlerin erklärt die Rechtschreibung“
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Gastbeitrag – Der Buchstabenvogel – Einführungsidee zur 1. Strategie

Der Buchstabenvogel (Affiliate Link)

Eine liebe Kollegin von mir war so lieb und hat Euch aufgeschrieben, mit welcher schönen Bilderbuchidee sie in ihrer Lerngruppe die 1. Strategie eingeführt hat. Lest selbst und lasst Euch inspirieren und motivieren!

Mit Hilfe eines Bilderbuches die 1. Strategie einführen.
Im Deutschen befindet sich in jeder Silbe eines Wortes ein Vokal. Oftmals verschriften Schreibanfänger/innen diese Vokale nicht von Beginn an. Dies nennt man Skelettschreibung, da sich im verschrifteten Wort oft nur die Konsonanten wiederfinden.
Beim genauen Verschriften einzelner Wörter soll den kleinen AutorInnen die erste Strategie (Hören-Sprechen-Silben schwingen) helfen. Jedes Wort wird Silbe für Silbe laut vorgesprochen, verschriftet und abschließend überprüft, ob sich in jeder Silbe ein Vokal befindet.

Dieses Vorgehen habe ich mit Hilfe des Bilderbuchs „Der Buchstabenvogel[1] (Affiliate Link) eingeführt. Es ist die Geschichte eines Vogels, der in einem Baum vor einem Schulhaus wohnt und zunehmend traurig darüber wird, dass er nicht schreiben und lesen kann.
Er möchte genauso schlau wie die Eule und die Schulkinder werden und beobachtet Tag für Tag die Kinder beim Lernen, Schreiben und Lesen. Eines Tages hat er die Idee während der Hofpausen in den Klassenraum zu fliegen und Buchstaben aus den Heften der Kinder zu picken, in der Hoffnung dadurch auch schreiben zu lernen und somit schlau zu werden.

Bis zu dieser Stelle habe ich den Kindern das Bilderbuch vorgelesen. Durch Mitgefühl mit dem Vogel und Stolz auf die bereits erworbenen Schreibfähigkeiten, entwickelten die Schülerinnen und Schüler die Idee dem Buchstabenvogel einen Fressnapf gefüllt mit Wörtern bereitzustellen. Ich sammelte also Bilder zu lautgetreuen Wörtern[2], welche die Kinder verschriften sollten. Nachdem der Fressnapf prall gefüllt war, schlug ich vor, dass wir nur herausfinden können, ob der Buchstabenvogel tatsächlich in der Hofpause bei uns war, wenn wir vorab alle Wörter auf ihre Vollständigkeit hin überprüfen. Die Kinder bildeten schließlich Zweierteams und überprüften alle Wörter darauf hin, ob auch in jeder Silbe ein Vokal vorkam. Natürlich fanden die Kinder nach einer Hofpause in der darauffolgenden Woche Wörter mit fehlenden Buchstaben.


[1] Hasler, E. (2006): Der Buchstabenvogel

[2] Wachendorf, P./Debbrecht, J. (2008): Schreiben zu Bilderm. Jandorf Verlag

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Bunte Strategiesymbole

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In der letzten Woche fragte mich ein lieber Kollege, ob ich die bunten Strategiesymbole bitte auf meinem Blog zur Verfügung stellen könnte; an seiner Schule würden sie dringend benötigt! Dem Wunsch komme ich sehr gerne nach!
Ein Klick auf das Symbol oder die Hilfekarte reicht zum herunterladen aus.

Alle StrategieSymbole: ©Ernst Klett Verlag GmbH, Stuttgart 2019. 
Alle Rechte vorbehalten.

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Hilfreiche Elterntipps – ein Flyer zum Thema „Richtig schreiben lernen“

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Immer wieder treffen wir in Gesprächen, zwischen Tür und Angel oder auf dem Schulhof auf Eltern, die keine genaue Vorstellung von der sich zu entwickelten Rechtschreibung ihres Kindes haben.
Oft kostet es unglaublich viel Zeit und Nerven sich „mal eben“ mit den berechtigten Fragen, Zweifeln und Ängsten auseinander zu setzen.
Um den Eltern ein Stück weit gerecht zu werden, ihnen eine Vorabinformation zu geben, um auf diese Info auf dem Elternabend konkret eingehen zu können und detailliert über das eigene schulische Rechtschreibkonzept zu berichten, bietet sich ein Elternflyer zum Thema „Richtig schreiben lernen“ an.
Dieser Flyer beinhaltet eine kurze Übersicht über die Vermittlung des Schreiben Lernens und die Einbettung der Rechtschreibung im Deutschunterricht der Grundschule. Zusätzlich werden die einzelnen Rechtschreibstrategien der FRESCH-Methode erklärt und durch kleine Beispiele verdeutlicht.

Et voila:
Elternflyer – Richtig schreiben lernen

Dieses Faltblatt könnt ihr für eure eigene Schule gerne anpassen!

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Rechtschreibentwicklung mit den STARK-Strategien

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Mir ist es wichtig, dass ihr individuell auf die Bedürfnisse eurer SchülerInnen eingehen könnt und dazu bedarf es Einblicke in unterschiedliche Rechtschreibkonzepte.
Im Folgenden stelle ich Euch die STARK-Strategien (Strategieangeleitete Rechtschreibkompetenz) vor und beziehe mich auf deren didaktische Konzeption.

Die fünf STARK-Strategien stützen die Anwendung von Rechtschreibregeln für unsere Orthografie.
1. Hör genau!
Diese Strategie beinhaltet das Abhören der Wörter, das durch das deutliche Sprechen der Silben unterstützt wird.
2. Gehört zu?
Das Ableiten der Wörter ist gleichbedeutend mit dem Finden von verwandten Wörtern. Hund gehört zu Hunde (am Ende mit d), Mäuse gehört zu Maus (deswegen mit äu). Das Ableiten können ist besonders wichtig, da im Deutschen das Gesetz der Morphemkonstanz gilt. Alle Wortstämme, an deren Ende der stimmlose k-, p-, t- oder s- Laut zu hören ist, müssen abgeleitet werden; ebenso Wörter mit -äu und oder , die verwandte Wörter mit au und a haben.
3. Groß/Klein?
Die Großschreibung der Nomen ist ein Merkmal, das es nur in der deutschen Sprache gibt. SchülerInnen in Deutschland sollten daher früh ein Wissen über die Wortarten erwerben. Zudem wird zusätzlich auf die Großschreibung am Satzanfang aufmerksam gemacht.
4. Lang/kurz?
Mit dieser Strategie wird geprüft, ob ein Vokal „lang“ oder „kurz“ ist.
5. Merk´s Dir!
Die Strategie des Merkens kommt bei allen Wörtern, die sich nicht mit den anderen Strategien herleiten lassen, zum Einsatz. Eine besondere Hilfe beim Merken von Wörtern ist das richtige Abschreiben.

Die kurz beschriebenen Strategien werden zunächst bewusst gelernt und erst nach intensivem Üben internalisiert und passiv abgerufen. Dadurch können sich die geübten Schreibenden ganz auf die Inhalte des Geschriebenen konzentrieren und ihrem Rechtschreibgespür folgen.

Die folgende Grafik zeigt, wie die strategiegeleitete Rechtschreibkompetenz schrittweise aufgebaut werden kann.

Eine mögliche Rechtschreibprogression findet sich hier:

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Strategie-Symbole

In meinem letzten Blogpost habe ich Euch eine Zusammenstellung der 100 häufigsten Fehlerwörter in der Grundschule zur Verfügung gestellt. Jedes Wort hat das passende Strategiesymbol neben sich stehen. Genau diese Symbole bekommt ihr heute von mir und eine praktische Anregung zum Satz des Tages inklusive KV gleich noch dazu. 🙂

Sprechen-Hören-Schwingen
Weiterschwingen
Groß- und Klein-schreibung
Ableiten
Wort- bausteine
Merkwort
Arbeit mit dem Wörterbuch

Alle StrategieSymbole: ©Ernst Klett Verlag GmbH, Stuttgart 2019.
Alle Rechte vorbehalten.

Sie lassen sich vielseitig zum Einsatz bringen:

  • Erstellen von individuellen AB’s zur passenden Strategie
  • Erstellen von Strategieplakaten zur Übersicht im Klassenraum
  • Wort oder Satz des Tages gemeinsam an der Tafel besprechen und mit den passenden Strategien versehen (dazu müsst ihr die Symbole lediglich einmal ausdrucken, laminieren und mit Magneten auf der Rückseite versehen)

SATZ DES TAGES

Der „Satz des Tages“ ist eine Fortführung des „Wort des Tages“, welches man immer zu Beginn des Schultages bzw. der Deutschstunde einsetzen kann.
Idealerweise nutzt man nach Absprache die individuellen Fehlerwörter bzw. -sätze der SuS aus den eigenen Textproduktionen.
Dadurch erfahren sie die Notwendigkeit der Fehlerüberarbeitung und bekommen von ihrer peergroup und der Lehrkraft ein direktes Feedback.
Der Satz des Tages wird von der Lehrkraft an die Tafel geschrieben und die SuS suchen aktiv nach Fehlern. Gefundene Fehler werden nach und nach mit dem passenden Strategiesymbol versehen und erklärt.
Bitte lassen Sie immer nur bereits eingeführte und gefestigte Strategien zuordnen. Weitere Fehler notieren Sie als Lehrkraft über dem Fehlerwort. (entweder in der Zeile mit der Glühbirne, oder direkt in die Zeile mit der Lupe.)

Im Verlauf der Arbeit können die SuS auch einen gemeinsamen Satz des Tages notieren und diesen in Partner- oder Kleingruppenarbeit besprechen.

Stift: Satz des Tages
Lupe: Strategie-Symbole an der Tafel drüberhängen oder auf der KV stempeln
Glühbirne: Korrektur des Wortes, bei dem die Strategie noch nicht eingeführt wurde
KV_3 Zeilen
KV_2Zeilen
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Die 100 häufigsten Fehlerwörter

Es war längere Zeit etwas still hier. Das liegt an den wohlverdienten Sommerferien in NRW. 🙂

Heute möchte ich Euch eine Liste der 100 häufigsten Fehlerwörter in der Grundschule zur Verfügung stellen. Nichts besonderes könnte man denken; gibt es überall…
Im pdf findet ihr jedes einzelne Wort mit der passenden Strategie gekennzeichnet und die Wörter sind in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.

pdf download

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Richtig schreiben lernen

Leider gibt es bis zum heutigen Tag noch immer keinen offiziellen Grundwortschatz für das Land NRW.
Ich verschaffe Euch, bis zum ersehnten Start dieser oben markierten Seite, Abhilfe und empfehle einen Artikel von Beate Leßmann zum Thema „Richtig schreiben lernen“.
Zusammenfassend wird von ihr aus drei Perspektiven auf die facettenreichen Aspekte des Rechtschreiblernens eingegangen: aus der Perspektive der Sache, aus der Kindesperspektive und aus der Unterrichtsperspektive.
Die Sachperspektive gibt einen detailierten Einblick in die Komplexität unserer Orthografie und dabei fallen Schlagwörter wie phonologisches, silbisches, morphologisches und syntaktisches Prinzip.
Ein Beispiel:

graphemische Analyse des Wortes „singen“
silbische Analyse des Wortes „singen“
morphematische Analyse des Wortes „singen“

Durch die Perspektive des Kindes wird der Erwerbsprozess des Lernenden in den Mittelpunkt gerückt.
Wichtigster Punkt: Rechtschreibschemata ausbilden und diese weiterentwickeln.
Zu Schulbeginn sind die Lernenden noch keine kompetenten Rechtschreiber und können somit nicht auf verfügbare Schreibschemata zurückgreifen. Mit Hilfe von inneren und äußeren Mustern versucht der Schreiber das Wort zu konstruieren. Der Weg führt zuallererst über die Lautung. Das bedeutet ganz konkret, dass wahrgenommene Laute (Phoneme) des gesprochenen Wortes passenden Graphemen (Buchstaben) zugeordnet werden (Phonem-Graphem-Korrespondenz).
Im Zuge eines strukturiert angelegten Rechtschreibunterrichts werden dem Lerner weitere „Herleitungsstrategien“ (Fay2012, vgl. Artikel) an die Hand gegeben.
Die Aufgabe eines modernen Unterrichts ist es implizite Verstehensprozesse anzuregen. Dies gelingt vor Allem durch das Lernen an Beispielen und durch komplexe Aufgabenstellungen.
Das erfolgreiche Lernen im Unterricht setzt dort an, wo das Schreiben von Anfang an in authentische Zusammenhänge eingebunden wird. Wenn eigene Texte an echte Adressaten verfasst werden (Dankesbriefe an Eltern, Klassen- oder Schulzeitung, gemeinsames Geschichtenbuch, Gedichte-Austellungen uvm.) und die Lerner dadurch erkennen, dass ihre Texte besser gelesen und verstanden werden können, wenn ihre Schreibungen dem orthografischen Prinzip folgen, dann findet individueller Rechtschreibunterrichr statt.
Rechtschreibung integrativ anlegen, nicht isoliert bearbeiten und eine Einbettung in Unterrichtsarrangements, die unsere Kinder weder unter- noch überfordern, anstreben.
Das ist es, was unsere Grundschulkinder benötigen!!!
Zum Ende ihres Artikels stellt Beate Leßmann die momentan sich gegenüberstehenden Ansätze des „Lesen durch Schreiben“ (Reichen) und die Herangehensweise eines Ansatzes der stärker auf schriftsystematische und silbenanalytische Weise zu vermitteln versucht, gegenüber. Dieser letztere Ansatz geht von der schriftlichen Silbe aus und sieht im Lesen und Analysieren von Wörtern den Ausgangspunkt des Rechtschreibens.

© Cornelsen Verlag GmbH / Grundschulmagazin, 4/2017
https://www.oldenbourg-klick.de/zeitschriften/grundschulmagazin/2017-4/richtigschreiben-lernen

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Rechtschreibung – individuell und trotzdem kompetenzorientiert – ein Einblick bei Beate Leßmann

Ein schönes Geschenk mit individuellem Namen zur Einschulung.
©pixabay.com

Nur einen kurzen Klick entfernt findet ihr fachlich fundiertes und methodisch phantastisch umgesetztes Material von Beate Leßmann.

Klickt Euch durch, saugt für Euch Passendes auf, lasst Unpassendes weg.
Lasst Euch von ihren Videos animieren, begeistern und probiert aus! Die Kinder werden es Euch danken; die Eltern nach einiger Zeit sicherlich auch 😉

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Der Spracherfahrungsansatz: freies Schreiben von Anfang an

Erika Brinkmann spricht mir ihn ihrem Artikel aus der Seele.
Sie verweist auf viele wichtige und tragende Säulen im Deutschunterricht der Grundschule:

  • Unsere Schrift ist ein Medium mit eigener Logigik, mit engem Bezug zur Lautsprache
  • Anknüpfung an der gesprochenen Sprache
  • unter Berücksichtigung der individuellen Erfahrungen der Kinder werden Lesen und Schreiben als soziale Handlungen in den Lerngruppen verankert
  • Lesen- und Schreibenlernen ist ein Prozess (siehe Empfehlungen der Kultusministerkonferenz vom 11.06.2015, Deutschunterricht: S. 12-14)
  • Zusammenarbeit und Austausch mit anderen Kindern (Rechtschreibgespräche führen)
  • 4 Säulen-Modell
    • Vorlesen anspruchsvoller Geschichten
    • freies Schreiben von Texten mit persönlichem Bezug
    • Erklären und Modellieren grundlegender Umgangsweisen mit Schrift
    • Wortschatzübungen an persönlich wichtigen Wörtern zur Automatisierung von Lese- und Rechtschreibmustern
  • Ihr Blick auf die Überarbeitung von eigenen Texten inkludiert die Übungsphasen mit eigenen Wörtern und die der häufigsten hundert Funktionswörter (Merkwörter). Dazu gibt es bald einen eigenen Blogbeitrag. 🙂

Genug der Vorrede. Lest selbst, lasst Euch begeistern und anregen.
Ich freue mich sehr, wenn ihr über eure eigene Praxis hier berichten würdet und wir in einen Austausch kommen.

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Rechtschreibtheorie aufge“fresch“t

Strategiegeleitetes Rechtschreiben mit den FRESCH-Strategien basiert auf dem Konzept der Freiburger REchtSCHreibschule (FRESCH). Dieses Konzept wurde in den 1980er Jahren von Heide Buschmann und Günter Renk an der Schulpsychologischen Beratungsstelle in Waldshut für die LRS-Förderung entwickelt und fortan an die Bedürfnisse der Grundschule angepasst.  
Lehrer und Psychologen bringen ihr Praxiswissen weiterhin gewinnbringend ein und ermöglichen dadurch einen kritisch reflektierten Umgang.
Die folgende Abbildung zeigt deutlich die erweiterten Strategien für den Einsatz in der (Grund-)Schule.

Symbole der FreiburgerREchtSCHreibschule – Rechtschreibsymbole in der Grundschule

Viele Rechtschreibmethoden betrachten Einzelfunktionen.
Die FRESCH-Methode zielt auf eine Ganzheitlichkeit aller Sinne ab, um durch eine Synchronisierung der visuellen und auditiven Wahrnehmung im Zusammenspiel mit einer deutlichen Artikulation und der Bewegung mögliche Teilfunktionsschwächen zu kompensieren.

„FRESCH-Freiburger Rechtschreibschule“
H.-J. Michel, AOL-Verlag, S. 15

Unser Leben ist gekennzeichnet durch verschiedene und immer wechselnde Rhythmen.
Durch rhythmische Tätigkeiten werden wir ausdauernder und bleiben konzentrierter.
Schnell spürt man, wenn man im Alltag aus dem Rhythmus gerät.
Wenn morgens vor Beginn der ersten Stunde der Vertretungsplan eine Änderung mit sich bringt, die Kollegin oder der Kollege leider keine Hinweise auf mögliche Lerninhalte geben konnte und wir unsere eigene Planung erst einmal „über den Haufen“ werfen müssen.
Oder: wir wachen morgens auf, eines unserer eigenen Kinder ist krank und wir versuchen schnell umzuplanen und organisieren. Da kommen wir ganz schön ins Schwitzen…
Ein vorhersehbarer Rhythmus gibt uns Sicherheit und Vertrautheit, er wirkt stressreduzierend und entspannt uns. (Dies werde ich im kommenden Beitrag zur Strategie „Sprechen-Hören-Schwingen“ eingehend erläutern.)

Das Schreiben und das spätere Lesen erfolgen über das Segmentieren von Wörtern.
Es besteht eine sehr enge Beziehung zwischen dem Rhythmus und der Sprache.
Das silbierende Sprechen tritt bereits Jahre vor Schuleintritt auf und man beobachtet Kinder, die ihre Wörter bereits mit 3 Jahren sehr deutlich und rhythmisch aussprechen. (Bsp.: E-LE-FANT)
Dadurch erlangen sie eine erste Idee der Segmentierung von Wörtern. Durch die genaue Aussprache können sich die Kinder auf einzelne Laute im Wort konzentrieren, um im späteren Schreib- und Leseprozess Wörter in Silben zu segmentieren.
Der angesprochene Rhythmus ist als unterstützendes Element eine zentrale Grundlage dieser Methode.

Wir unterscheiden zwischen Sprechsilben und Schreibsilben.
In der ersten Klasse liegt der Schwerpunkt auf den Sprechsilben. Zunehmend gewinnt im Laufe des kommenden Schuljahres die Schreibsilbe immer mehr an Bedeutung.
Ich lege mich hier ungerne auf einen genauen Zeitpunkt fest, denn es gibt Kinder, die die Schreibsilben bereits während des ersten Schuljahres nutzen. Andere Kinder wiederum erkennen den Wert der Schreibsilben erst viel später. Wiederum Andere, nennen wir sie tatsächlich „Norm“Kinder(?), erhalten im zweiten Schulbesuchsjahr Einblicke in die Verwendung der Schreibsilbe und werden an diese herangeführt.
Die Individualität des einzelnen Kindes liegt im Zentrum der Betrachtung.
Dies gilt vor allem bei der Einführung der einzelnen Strategien. Eine Abfolge der Rechtschreibstrategien kann hilfreich für die eigene Struktur des Unterrichts sein, wenn ein Kind jedoch individuell eine passende Strategie benötigt, soll es diese bekommen. Hierbei spielen die Sinnhaftigkeit und die Notwendigkeit eine wesentliche Rolle.

Wie unterscheiden sich Sprech- und Schreibsilben?
Sprechsilben sind die Silben, die beim langsamen Aussprechen eines Wortes gebildet werden.
Beispiel: E-LE-FANT = 3 Sprechsilben.
Die Unterteilung der Wörter in Sprechsilben hilft Kindern beim Durchgliedern des gesprochenen Wortes und später beim Notieren und Erlesen des geschriebenen Wortes.
Es bietet zudem die Möglichkeit lange und zusammengesetzte Wörter in Silben zu zergliedern.
Mit der Zeit tritt die Sprechsilbe in den Hintergrund, da das Gehirn nun mehr und mehr Wortbilder abspeichert.
Schreibsilben sind die Silben, die bei der schriftlichen Trennung eines Wortes gebildet werden. In unserem Beispiel: ELE-FANT = 2 Schreibsilben, da im Deutschen kein einzelner Buchstabe alleine stehen darf. Diese Trennungsregeln gilt es den Kindern frühzeitig zu vermitteln.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass der FRESCH-Ansatz auf dem Zusammenspiel dreier Grundlagen basiert:
– der Arbeitsweise des Gehirns
– dem (Sprech-)Rhythmus
– der Sprechsilbe als Segmentierungseinheit

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Was kommt? Was bleibt?

altbewährt?!
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  • Rechtschreibtheorie aufge“fresch“t
  • Erklärungen der einzelnen FRESCH-Strategien
  • Praxistipps
  • Elterntipps
  • die häufigsten Fehlerwörter
  • Rechtschreibung – Betrachtung verschiedener Ansätze
  • Rechtschreibung und die Inklusion
  • Rechtschreibung digital?!

Mir ist es wichtig eine Seite zu erstellen, die das strategiegeleitete Rechtschreiben in den Vordergrund stellt und möglichst viele Informationen vereint.

Ich erhebe auf dieser Seite keinen Anspruch auf Vollständigkeit und es darf jederzeit gerne über die Kommentare ergänzt werde.

Mein fröhliches Leben

Hervorgehoben

Mein Name ist Anna Fröhlich, ich bin studierte Grundschullehrerin und Konrektorin. Mit meinen Fächern Deutsch, Sachunterricht und Englisch arbeite ich an einer Grundschule in NRW.
Seit über einem Jahrzehnt bin ich als Autorin, Referentin und Multiplikatorin für verschiedene Schulbuchverlage in ganz Deutschland unterwegs.
Sehr bereichernd und interessant sind die vielen individuellen Wege, die ich mit einer Vielzahl an Kollegien gegangen bin.

@ChristianBeier
http://www.beier-photografie.de

Referententätigkeiten

Wenn Sie mich für eine schulinterne Lehrerfortbildung, eine Tagung oder einen Kongress buchen möchten, können Sie mich gerne kontaktieren.
froehlichfresch@gmail.com
Kernthema: „Rechtschreibstrategien im Deutschunterricht der Grundschule“

– Die Arbeit mit der FRESCH-Methode im Deutschunterricht der Grundschule
– FRESCH-Strategien – Warum strategiegeleitetes Rechtschreiblernen?
– Theorie aufge“fresch“t
– viele Praxistipps, die mit wenig Zeitaufwand sofort umsetzbar sind
– Schreiben von Anfang an
– Texte planen – schreiben – überarbeiten
– Schreibkonferenzen
– Entwicklung eines eigenen Rechtschreibkonzepts

zusätzliche Themen:
– individuelles und strukturiertes Lernen im Englischunterricht der Grundschule
– forschende, themenspezifische und intrinsisch motivierte Arbeit im Sachunterricht
der  Grundschule
– individuelles und differenziertes Arbeiten mit Tages-, Wochen- und Monatsplänen

Werdegang

1982 wurde ich in der schönsten Stadt am Rhein, in Düsseldorf, geboren. Ich hoffe die Kölner unter uns klicken nun nicht direkt wieder weg.
Nach vier schönen Grundschuljahren im Neusser Süden, wechselte ich auf ein Neusser Gymnasium, das mir im Jahre 2002 das Abitur verlieh. Im selben Jahr zog es mich in die Stadt Siegen, an der ich 2006 meinen Universitätsabschluss ablegte.
Der Eine oder die Andere unter uns mag nun anstößig verlauten: “Was ist schlimmer als Verlieren? Siegen!“
Koryphäen wie Hans Brügelmann und Erika Brinkmann, Falko Peschel und Walter Hövel prägten maßgeblich meine didaktische und methodische Haltung zum Lernen und Lehren. Während meinem Referendariat an einer jahrgangsgemischt (Jg.1-4) arbeitenden Grundschule im Gemeinsamen Lernen in Wuppertal konnte ich viele Anstöße des reformpädagogischen Arbeitens ein- und umsetzen.
Innerhalb meiner Studienzeit besuchte ich für mehrere Wochen die Deutsche Schule Toronto und die Deutsche Internationale Schule Den Haag. Im Jahr 2005 reiste ich nach Schweden, um die „FUTURUM Skolan“ in Balsta zu besuchen und durfte zwei Wochen lang an einer Tochterschule die beeindruckende multifunktionale Lernlandschaft für SchülerInnen aller Begabungen und jeder Altersstufe kennen und lieben lernen.
Für ein Sommersemester übernahm ich einen Lehrauftrag an der Bergischen Universität Wuppertal („Current Issues in Primary English Language Teaching“), – parallel zur Moderatorentätigkeit im Kompetenzteam der Bergischen Region zu den Themen Sachunterricht und Inklusion.
Von dort an arbeitete ich 5 Jahre lang als Lerngruppenlehrerin in Wuppertal und wechselte 2014 als Konrektorin an meine jetzige Grundschule in Solingen.
Seit einem Jahr moderiere ich mit einer tollen Kollegin gemeinsam unsere „regionale Fachgruppe Deutsch in Solingen“.

Publikationen

1.     „Kleine Forscher 1/2“ DUDEN Verlag

Kleine Forscher – ganz groß!

2.    „Die kleinen Lerndrachen – mein großes Trainingsbuch Deutsch 3“
(Ernst Klett Verlag)

Training Deutsch

3.     „Die kleinen Lerndrachen – mein großes Trainingsbuch Deutsch 4“
(Ernst Klett Verlag)

Training Deutsch

4.     „Topfit in Klasse 3“ (Ernst Klett Verlag)

Topfit

5.     „Topfit in Klasse 4“ (Ernst Klett Verlag)

Topfit

6.     „So werde ich spitze – Rechtschreiben und Diktat 3. Klasse“ (Ernst Klett Verlag)

spitzenmäßig

7.     „Come in 1/2″ Englischlehrwerk für die Grundschule (Ernst Klett Verlag)

Come in – you can only win
Schulbuch des Jahres 2017 in der Kategorie „Sprachen“

8.     „Freiarbeitsmaterial für die 3. Klasse – Sachunterricht“ (AOL Verlag)
Klickt gern auf den oberen Titel und shoppt auf der AOL-Seite.

Strukturiertes und individuelles Forschen im Sachunterricht
der Grundschule

9.     „Freiarbeitsmaterial für die 4. Klasse – Sachunterricht“ (AOL Verlag)
Klickt gern auf den oberen Titel und shoppt auf der AOL-Seite.

Strukturiertes und individuelles Forschen im Sachunterricht
der Grundschule

10. 3. FFF-Konferenz Fortschritte im frühen Fremdsprachenlernen
ausgewählte Tagungsbeiträge Eichstätt 2011
„Erfolgreiche Umsetzung des Englischlehrplans im jahrgangsübergreifenden Unterricht“, S. 115-118

Artikel

GSE Nr. 45 Lesen und Schreiben
4. Quartal 2013
„Welcome to our literate Classroom! – Schrift als Bestandteil einer anregenden Lernumgebung“, S. 14-15

Zeitschrift Grundschule Englisch „Lesen und Schreiben“ (Friedrich Verlag)
https://www.friedrich-verlag.de/shop/lesen-und-schreiben-13645

GSE Nr. 53 Halloween4. Quartal 2015
„There is ‚Room on the Broom‘ for Everyone- Jahrgangsübergreifendes Lernen im Englischunterricht der Primarstufe“, S. 36-38

Zeitschrift Grundschule Englisch „Halloween“ (Friedrich Verlag)
https://www.friedrich-verlag.de/shop/halloween-13653

GSE Nr. 55 Food(Das GSE Kochbuch)
2. Quartal 2016
„An English breakfast- Konversation bei Tisch üben“, S. 16-17

Zeitschrift Grundschule Englisch „Food“ (Friedrich Verlag)
https://www.friedrich-verlag.de/shop/food-13655

GSE Nr. 62 All Year Round
1. Quartal 2018
„Snowmen at night- Von Storytelling und Wortschatzarbeit bis Rollenspiel“, S. 26-29

Zeitschrift Grundschule Englisch „All Year Round“ (Friedrich Verlag)
https://www.friedrich-verlag.de/shop/all-year-round-13662

Presse

Artikel erschienen im Solinger Tageblatt 10.11.2018

Vorträge
2011/2014 FFF-Konferenz Eichstätt/Leipzig: „Erfolgreiche Umsetzung des Englischlehrplans im jahrgangsübergreifenden Unterricht“

2012/2014/2016 GMF-Kongress Duisburg/Freiburg/Nürnberg: „ What’s the focus on individual learning today?

seit 2011 Schulinterne Lehrerfortbildungen zum Thema „Rechtschreibstrategien“