Lernlandkarten – ein Praxistipp

Ich freue mich wieder sehr, dass ich einen weiteren Praxistipp zur Verfügung stellen kann.
Laura, eine Grundschullehrerin aus Bayern stellt ihre Idee und Umsetzung zum Thema „Lernlandkarten – ein geliebtes Reflexionswerkzeug“ vor.

Hallo zusammen, ich bin Laura, Grundschullehrerin aus Bayern und darf euch in diesem Gastbeitrag Lernlandkarten vorstellen, ein noch recht junges Werkzeug, das sich auch schon für GrundschülerInnen hervorragend eignet, um den Lern- und Wissensstand zu reflektieren und Verantwortung für das eigene Lernen zu übernehmen.

Was genau sind Lernlandkarten? Wie können sie eingesetzt werden? Wieso liebe ich sie so?
Zuerst die 3 wichtigsten Vorteile für mich:
Lernlandkarten sind …

  1. übersichtlich.
  2. prozessorientiert.
  3. transparent.

Aber wie sieht so eine Lernlandkarte nun aus und wie funktioniert sie?

Lernlandkarten beschreiben den Lern- und Wissensstand der Schülerinnen und Schüler in angeordneten Kreisen oder Ovalen. Dort werden Wissensinhalte, Kompetenzen oder Fertigkeiten notiert, die zu diesem Thema aus Sicht der Lehrkraft wünschenswert wären.
Die Schülerinnen und Schüler malen dann diese Formen wie folgt aus:

grün:                                     das beherrsche ich sich,

gelb schraffiert:                hier bin ich etwas unsicher;

rot umrandet:                   das kann ich gar nicht.

Diese vorgegebene Art der Markierung sorgt dafür, dass die verbesserungsfähigen Bereiche sehr offensichtlich werden. Aber es bietet auch die Möglichkeit, die Entwicklung visuell zu verfolgen. Erworbene Kompetenzen, Fähigkeiten und Fertigkeiten, werden so wunderbar sichtbar und steigern die Motivation. Warum?

Hier kommt die Prozessorientierung zum Tragen, da im Idealfall die Kreise am Ende durchweg grün gefärbt sind und gelb-rot nur noch im Hintergrund sichtbar. Um meinen Schülern dieses Vorgehen zu erleichtern, habe ich mich bei meinen Lernlandkartenvorlagen für einen Doppelrand entschieden.

Unten ein Beispiel einer Deutsch-Lernlandkarte in meinem Design.
Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Ganz perfekt wäre diese Lernlandkarte komplett ohne die Verben „kennen“ und „wissen“ und die tatsächlich durchzuführende Handlung mit dem richtigen Verb zu wählen. Hier wäge ich persönlich jedoch ab, wie ich es noch für meine SchülerInnen verständlich und knapp schreiben kann, um ihnen eine gute Möglichkeit der Reflexion zu bieten, ohne nachzufragen.
Man könnte auch einige „Bubbles“ frei lassen und den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit geben, sich eigene Lernziele, die bereits vorformuliert angeboten werden, passend für sich zu wählen.

Kennen und lieben gelernt habe ich dieses Tool in meinem Referendariat.
Seitdem habe ich dieses Layout für mich entwickelt und in vielen Bereichen eingesetzt.


Die erste Lernlandkarte war eine Lernstandsabfrage zu Beginn eines Portfolios, in dem ich sehen konnte, wie fit sich die Kinder im Einmaleins schon fühlten. Zwischendrin wurde zu den Reflexionsphasen die Lernlandkarte herausgeholt, um die Fortschritte zu zeigen, was die Motivation der Kinder sehr förderte, gleichzeitig aber auch sichtbar machte, was noch weiterbearbeitet werden sollte, wie vorhin schon angesprochen.

Die ersten Versuche dauerten und wurden mit den Schülerinnen und Schülern gemeinsam besprochen. Auch, warum es wichtig ist ehrlich zu sein und sehr unwahrscheinlich, dass alles am Anfang grün ist.

Richtig beliebt wurde sie dann bei mir und auch meinen Schülerinnen und Schülern in der 4. Klasse, für den Übertritt und die angesagten Leistungsnachweise (Bayern). Die Kinder konnten so ihren Kenntnis- und Wissensstand reflektieren und gleichzeitig wurde der Umfang für die Proben für die Eltern sehr transparent. Inzwischen sind diese Karten nicht nur bei mir, sondern auch bei den Eltern sehr beliebt.  Das Format ist für alle sehr übersichtlich und ich werde oft gefragt, ob es zu diesen Themen auch Lernlandkarten geben wird.  Im ersten Lockdown, wurde dieser Wunsch von SchülerInnen und Eltern ebenfalls geäußert, um die Erwartungen transparent zu machen.
Da meine Schülerinnen und Schüler geübt sind, können Lernlandkarten auch zu Hause ausgefüllt werden. (Ich bin diesem Wunsch natürlich nachgekommen.) Es ist also nicht nur bei mir heiß geliebt, sondern auch bei Eltern und SchülerInnen, ein gern genommenes Werkzeug.

An dieser Stelle einen ganz herzlichen Dank für diesen Einblick.


Kennt ihr Lernlandkarten und habt ihr sie schon eingesetzt? Berichtet gerne einmal darüber!

@pixabay

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