„Lesen durch Schreiben“ – eine metaanalytische Bestandsaufnahme

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In der letzen Woche ist mir eine Metaanalyse zum Erstunterricht nach der Methode „Lesen durch Schreiben“ und deren Ergebnisse für das schriftsprachliche Lernen von Reinold Funke über peDocs in die Hände gefallen.

Mir ist es immer wichtig zu verdeutlichen, dass sich die geschriebenen Wörter und Texte der Kinder immer aus einer kommunikative Absicht ergeben (sollen), so dass das Schreiben schon von Beginn an in einen sinnvollen Zusammenhang gebracht wird.
In der oben erwähnten Arbeit werden empirische Studien ausgewertet, die sowohl Daten aus Lernergebnissen sogenannter „Fibelklassen“, wie auch derer, die nach der Methode „Lesen durch Schreiben“ (Jürgen Reichen) unterrichtet wurden, enthalten.
Das Ziel dieser Arbeit ist es zu klären, was sich aus den Daten hinsichtlich der Lernwirksamkeit von „Lesen durch Schreiben“ entnehmen lässt. Die Lernwirksamkeit muss allerdings dringend vom Lernergebnis unterschieden werden.
Es geht nicht darum den Vorteil einer der beiden Methoden aufzuzeigen, sondern zu schauen in welchem Umfang den Daten zu den Lernergebnissen in „Lesen durch Schreiben“-Klassen eine Aussagekraft hinsichtlich der Lernaufmerksamkeit zukommt.

Auszüge aus dem paper:
– „Die Hypothese Reichens, Lesen könne gelernt werden, ohne dass es gelehrt wird, scheint (…) auf längere Sicht Bestand zu haben.“ (vgl. S. 34)
– „Im Rechtschreiben scheinen die untersuchten „Lesen durch Schreiben“-Klassen auf den ersten Block gegen Ende der Klassenstufe 1 signifikant bessere Leistungen zu erreichen als die Fibelklassen.“ (vgl. S. 34)
– „Es ist ohne weiteres plausibel, dass Kinder, die rein phonetisch orientiert schreiben, in einem frühen Stadium eine höhere Zahl von richtigen Buchstaben pro Wort erreichen als Kinder, die sich über die orthographisch richtige Schreibung Gedanken machen.“ (vgl. S.34)
– „Der beim Rechtschreiben in den Klassenstufen 2-4 zentrale Befund ist, dass die in „Lesen durch Schreiben“- Klassen erreichten Lernergebnisse signifikant unter denen der Fibelklassen liegen, dass die Unterlegenheit jedoch nicht mehr erkennbar ist, wenn man sich auf Stichproben beschränkt, in denen eine Erklärung unterschiedlicher Lernergebnisse durch unterschiedliche kognitive Lernausgangslagen ausgeschlossen werden kann.“ (vgl. S.35)
– „Im Ergebnis muss man dennoch sagen, dass eine schlechtere Rechtschreibleistung von „Lesen durch Schreiben“-Klassen gegenüber Fibelklassen in Klassenstufe 2-4 bei gleichen Eingangsvoraussetzungen derzeit nicht belegt ist.“ (vgl. S.35)

Minifazit:
Man kann weder bei „Lesen durch Schreiben“-Klassen noch bei Fibelklassen unterstellen, dass die Lernergebnisse immer untereinander homogen und insbesondere von der Unterrichtsqualität unabhängig sind.

Kämpft Euch durch den doch sehr anspruchsvoll und mit vielen Daten gespickten Text und bildet Euch eine eigene Meinung.

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